
Beschreibung
Was mich bei meinem ersten Besuch überrascht hat, war die außergewöhnliche Mischung verschiedener Epochen in einem einzigen Gebäude. Die ursprüngliche islamische Architektur wurde im Laufe der Zeit mit barocken und Mudéjar-Elementen ergänzt. Das Gebäude erzählt dadurch eine komplexe Geschichte von kulturellen Schichten, die sich über sieben Jahrhunderte angesammelt haben.
Der einzige komplett erhaltene Teil der ursprünglichen Madrasa ist das Oratorium - ein quadratischer Raum von knapp sieben Metern Seitenlänge. Dort kann man noch heute die kunstvollen Stuckarbeiten und die Muqarnas-Verzierungen bewundern, die von den Wänden zur achteckigen Kuppel überleiten. Sechzehn Fenster durchbrechen die oberen Wände und schaffen ein faszinierendes Lichtspiel.
Die Geschichte dieses Ortes ist allerdings nicht nur von Schönheit geprägt. Nach der Reconquista 1492 wurde die Madrasa zunächst weiter betrieben, bis 1499 Erzbischof Cisneros ihre Bibliothek auf der Plaza Bib-Rambla verbrennen ließ. Das Gebäude wurde danach zum Rathaus umfunktioniert. Zwischen 1722 und 1729 entstand der heutige barocke Bau, der die meisten ursprünglichen Strukturen ersetzte.
Besonders beeindruckend finde ich die Sala de los Caballeros XXIV mit ihrer prächtigen Kassettendecke im Mudéjar-Stil. Die Fassade im Churrigueresco-Stil mit ihren reich verzierten Fenstern und dem Eingang zeigt, wie sich die Architektur im 18. Jahrhundert entwickelte.
Bei archäologischen Ausgrabungen 2006-2007 kamen Überreste älterer Gebäude zum Vorschein, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Sogar zwei menschliche Bestattungen unter dem heutigen Oratorium wurden entdeckt. Falls Sie sich für diese Details interessieren, gibt es eine Palacio de la Madraza Audioguide, die tiefer in diese faszinierenden Schichten der Granadiner Geschichte eintaucht.
Heute öffnet das Gebäude regelmäßig seine Türen für Besucher und zeigt, wie sich islamische Gelehrsamkeit, christliche Eroberung und barocke Pracht an einem Ort vereinen können.
Información adicional
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