
Beschreibung
Das Museum befindet sich in einem typischen Haus des Viertels und wurde erst 2013 eröffnet. Es ist eine private Initiative der Familie Chevalier, die selbst Nachkommen der Anusim sind – jener Juden, die sich zur Tarnung taufen ließen, aber heimlich ihren Glauben praktizierten. Diese persönliche Verbindung spürt man beim Besuch deutlich.
Der Rundgang führt durch verschiedene Räume, die das Alltagsleben der sephardischen Juden in Granada nachstellen. Besonders eindrucksvoll fand ich die Sammlung von Kultgegenständen und die komplett aus Keramik ausgestattete Küche, die zeigt, wie das häusliche Leben damals aussah. Der kleine Innenhof im sephardischen Stil vermittelt ein Gefühl für die Architektur jener Zeit.
Was das Museum besonders macht, ist sein Fokus auf die lokale Geschichte. Man erfährt viel über Persönlichkeiten wie Samuel Ibn Nagrella, der der Stadt ein System öffentlicher Bäder schenkte, oder den Arzt und Dichter Yehudá Ibn Tibon. Fünfzehn Jahrhunderte lang prägten jüdische Gemeinden das Leben in Granada, besonders während der Blütezeit der andalusischen Juden.
Die Ausstellung zeigt auch Karten des historischen Granada und verfügt über eine Bibliothek mit sephardischer Literatur. Wer tiefer einsteigen möchte, kann eine Audioguide nutzen oder an den geführten Rundgängen durch das ehemalige Judenviertel teilnehmen.
Das Timing der Museumseröffnung war kein Zufall: 2013 beschloss die spanische Regierung, Nachkommen der vertriebenen Sepharden die spanische Staatsbürgerschaft anzubieten. Das Museum wurde so zu einem Symbol der Versöhnung mit dieser verdrängten Geschichte.
Das Realejo liegt direkt am Fuß der Alhambra, was den Besuch gut mit anderen Sehenswürdigkeiten Granadas kombinierbar macht. Es ist klein, aber dafür sehr persönlich gehalten – manchmal sind es gerade diese intimeren Museen, die einen nachdenklicher zurücklassen als die großen Touristenattraktionen.
Información adicional
pro Person
Gesamtpreis der Audioguides




