
Beschreibung
Der Aufstieg lohnt sich definitiv, auch wenn er etwas anstrengend ist. Man erreicht den Aussichtspunkt über verwinkelte Gassen des Albaicín-Viertels, vorbei an weißgetünchten Häusern und kleinen Plazas. Die letzten Meter sind steil, aber dann öffnet sich plötzlich dieser spektakuläre Blick auf die Alhambra, die wie eine rote Festung vor dem Hintergrund der schneebedeckten Berge thront.
Was mich hier besonders fasziniert, ist die Geschichtsschichtung. Unter meinen Füßen liegen Fundamente aus verschiedenen Epochen - von den Phöniziern über die Römer bis zu den Nasriden. Die Sehenswürdigkeiten Granada sind von diesem Punkt aus perfekt zu überblicken: die maurischen Paläste, die Kathedrale im Stadtzentrum, das Generalife mit seinen Gärten.
Am besten komme ich kurz vor Sonnenuntergang hierher. Dann färbt sich das rötliche Gestein der Alhambra noch intensiver, und die Stadt liegt in goldenem Licht. Viele Besucher drängeln sich zwar am Mirador de San Nicolás, aber hier oben ist es meist ruhiger. Man kann in Ruhe die Dimensionen dieser historischen Stadt erfassen.
Interessant ist auch der Blick hinunter ins Tal des Darro, wo sich die Geschichte Granadas wie in einem aufgeschlagenen Buch lesen lässt. Die maurischen Brücken, die alten Stadtmauern, die Klöster - alles fügt sich zu einem Gesamtbild zusammen, das man von der Straßenebene aus nie so deutlich wahrnimmt.
Eine Audioguide kann durchaus hilfreich sein, um die komplexe Historie zu verstehen, die sich über mehr als zwei Jahrtausende erstreckt. Die strategische Bedeutung dieses Ortes wird einem erst bewusst, wenn man selbst hier steht und die natürlichen Verteidigungslinien der Landschaft erkennt.
Der Wind weht hier oben meist frischer als in der Stadt. An klaren Tagen reicht der Blick bis weit in die andalusischen Ebenen hinein. Granada zeigt sich von seiner schönsten Seite - eine Stadt, die ihre verschiedenen kulturellen Schichten nie ganz verbergen konnte.
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