
Beschreibung
Was mich hier besonders fasziniert, sind die kunstvoll geschnitzten Bögen mit ihren Muqarnas-Verzierungen. Durch die doppelten Fenster fällt das Licht so ein, dass die Kalligrafien an den Wänden fast zu leben scheinen. Die arabischen Inschriften preisen Gott und Mohammed V., während sich Gedichte zwischen den geometrischen Mustern verbergen. Früher blickte man von hier direkt auf die Gärten Granadas - heute versperren die später errichteten Räume Kaiser Karls V. diese Aussicht.
Der Boden aus bunten Kacheln ist leider stark beschädigt, aber die Wandverkleidung mit ihren schwarz-weiß-gelben Fliesen zeigt noch immer die unglaubliche Handwerkskunst der damaligen Zeit. Diese Präzision und Detailverliebtheit findet man selten.
Besonders nachdenklich macht der Ort, wenn man an Boabdil denkt, der hier seine letzten Tage als Sultan verbracht haben soll. Die Legenden erzählen, dass er von diesem Mirador aus auf seine Stadt blickte, bevor er sie für immer den Katholischen Königen überlassen musste. Ob das stimmt oder nicht - die Melancholie des Raumes ist spürbar.
Die Sala de los Ajimeces führt durch einen großen Spitzbogen hierher. Man betritt einen Raum, der trotz seiner bescheidenen Größe eine intensive Atmosphäre hat. Die seitlichen Bögen rahmen den Blick zum ehemaligen Patio de Daraxa ein, auch wenn dieser heute verbaut ist.
Während der Besichtigung ist es ratsam, sich Zeit zu lassen. Die Lichtreflexionen wechseln ständig und enthüllen immer neue Details in den Verzierungen. Eine Audioguide kann dabei helfen, die historischen Zusammenhänge besser zu verstehen. Granada offenbart in solchen Momenten seine jahrhundertealte Geschichte auf eine sehr persönliche Art - fernab der großen Touristenströme, die meist schnell durch die bekannteren Säle der Alhambra wandeln.
pro Person
Gesamtpreis der Audioguides




