
Beschreibung
Was mich beim ersten Besuch am meisten beeindruckte, war die außergewöhnliche Fachada. Der steinerne Portikus mit seinen drei Rundbögen auf dorischen Säulen ist schon bemerkenswert, aber die Details machen den Unterschied: In den Zwickeln prangt das "F" und "Y" der Katholischen Könige, und darüber sieht man sowohl deren Wappen als auch das von Kaiser Karl V. mit dem berühmten Motto "Tanto monta". Diese Kirche erzählt spanische Geschichte in Stein gemeißelt.
Der Bau begann 1512 im gotischen Stil, wurde aber über die Jahrhunderte in verschiedenen Epochen erweitert. Das Innere offenbart eine einschiffige Anlage mit Kreuzrippengewölben und je fünf Seitenkapellen. Die Mischung aus Gotik, Renaissance und Barock wirkt überraschend harmonisch, obwohl man die verschiedenen Bauphasen deutlich erkennt.
Besonders das barocke Retabel der Virgen del Rosario im linken Querarm fällt ins Auge. Blas Antonio Moreno vollendete dieses Kunstwerk um 1759, und die Engel und Cherubim scheinen förmlich zwischen den üppigen Stípites zu tanzen. Der dazugehörige Camarín von 1773 ist ein wahres Juwel des andalusischen Barocks.
In der Semana Santa wird diese Iglesia de Santo Domingo besonders lebendig. Mehrere wichtige Bruderschaften haben hier ihren Sitz, darunter die Hermandad de la Santa Cena und die populär "La Cañilla" genannte Hermandad de la Humildad. Dann verwandelt sich das normalerweise ruhige Gotteshaus in einen Mittelpunkt der Volksfrömmigkeit.
Wer Granada besucht und sich für die religiöse Kunst Andalusiens interessiert, sollte diese Kirche nicht übersehen. Eine Audioguide kann dabei helfen, die komplexe Baugeschichte besser zu verstehen. Das Realejo-Viertel selbst lädt zum Weiterbummeln ein – hier spürt man noch das authentische Granada abseits der Touristenströme.
Información adicional
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