
Beschreibung
Was heute noch steht, ist eigentlich nur ein Fragment dessen, was einmal war. Der elegante Säulengang mit seinem Wasserbecken davor – das ist der Kern des ursprünglichen Palastes. Die schlanken Marmorsäulen, die man heute sieht, sind allerdings eine Rekonstruktion aus den 1960er Jahren. Ursprünglich standen hier Ziegelpfeiler, aber das ändert nichts an der besonderen Atmosphäre dieses Ortes.
Der Name Partal kommt übrigens vom arabischen al-Barṭal, einer Arabisierung des lateinischen "portale" – also Pórtico, Säulengang. Das beschreibt ziemlich genau, was man hier vor sich hat. Hinter dem Portikus erhebt sich die Torre de las Damas, der Damenturm, von dem aus sich herrliche Blicke über Granada eröffnen. Die ursprüngliche Holzkuppel dieses Turmes steht heute allerdings in Berlin – ein ehemaliger Privatbesitzer hat sie Anfang des 20. Jahrhunderts dorthin verkauft.
Rechts vom Hauptbau findet man ein kleines, erhöht liegendes Oratorium. Diese private Moschee ist über eine Treppe erreichbar und enthält wunderschöne Stuckdekorationen sowie Koranverse an den Wänden. Die Holzarbeiten der Decke stammen nachweislich aus dem Winter 1332-1333 – so präzise kann die Dendrochronologie heute datieren.
An der Westseite stehen vier Häuser aus der Nasridenzeit, die heute nach ihren späteren Besitzern benannt sind. Sie sind weniger spektakulär als die Hauptpaläste, bergen aber etwas Einzigartiges: die vermutlich einzigen erhaltenen Wandmalereien, die tatsächlich von nasridischen Künstlern stammen. Entdeckt wurden sie erst 1907.
Die ausgedehnten Gärten südlich des Palastes sind eine moderne Schöpfung der 1910er bis 1930er Jahre. Sie haben wenig mit der ursprünglichen nasridischen Anlage zu tun, erlaubten aber archäologische Grabungen und verdecken heute die Fundamente weiterer historischer Bauten. Wer sich für Details interessiert: Eine El Partal Audioguide gibt zusätzliche Einblicke in die komplexe Geschichte dieses besonderen Ortes in Granada.
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