
Beschreibung
Das Haus stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde ursprünglich von einer adligen Familie im Barrio de Axares erbaut, dem damaligen Vergnügungsviertel Granadas. Nach der Reconquista schenkte Isabella die Katholische das Anwesen ihrem Sekretär Hernando de Zafra. Seine Witwe ließ später das Kloster Santa Catalina de Siena darüber errichten, wodurch die Casa Zafra wie durch ein Wunder fast unverändert erhalten blieb.
Was mich am meisten fasziniert hat, ist der zentrale Innenhof mit seinem rechteckigen Wasserbecken. Das rötliche Pigment am Beckenboden – Almagra genannt – war ein römischer Trick gegen Algen, den die Araber übernahmen. Zwei Säulenhallen rahmen den Patio ein: die nördliche mit nasridischen Bögen und die südliche aus dem 15. Jahrhundert mit almohadischen Säulen.
Die nasridische Wohnarchitektur zeigt sich hier in ihrer reinsten Form. Das Leben spielte sich nach innen ab, die Fenster zur Straße waren minimal. Mashrabiyya-Gitter erlaubten es, zu schauen ohne gesehen zu werden. Das Obergeschoss kam erst im 15. Jahrhundert dazu – typisch für die damalige Verdichtung der Medina.
Besonders beeindruckend sind die erhaltenen Wandmalereien im südlichen Flügel, ähnlich denen in der Alhambra. Einige der wertvollsten Stücke, darunter ein Gipsrelief mit dem Wort "yumn" (Glück), befinden sich heute im Alhambra-Museum.
Seit 2014 beherbergt das Gebäude das Interpretationszentrum des Albaicín. Die letzte Restaurierung von 2010 bis 2021 hat den ursprünglichen Charakter respektiert. Man kann das Haus täglich außer montags besichtigen, sonntags sogar kostenlos. Eine Audioguide hilft dabei, die architektonischen Details zu verstehen.
Für mich ist die Casa Zafra besuchen authentischer als manch andere Sehenswürdigkeiten Granada. Hier spürt man wirklich, wie eine wohlhabende nasridische Familie gelebt hat, ohne den Trubel der großen Touristenattraktionen.
Información adicional
pro Person
Gesamtpreis der Audioguides




