
Beschreibung
Der Name kommt von den alten Musketen, die aus den Zinnen herausragen. Das Haus gehörte den Granada-Venegas, direkten Nachkommen der Nazarí-Könige, die sich nach der Eroberung durch die Katholischen Könige zum Christentum bekehrten. Geschickt heirateten sie in christliche Adelsfamilien ein und behielten so ihren Einfluss. Das Gebäude entstand um 1530-1540 und bildete tatsächlich Teil der Stadtmauer im Alfareros-Viertel.
Beim Betreten fällt der hohe Eingangsbereich mit seinen gotischen Holzbalken auf, zwischen denen mythologische Tiere und Kampfszenen gemalt sind. Der kleine Innenhof überrascht mit seinem muslimischen Stil und den ursprünglichen Nazarí-Säulen. Hier spürt man deutlich die kulturelle Mischung, die Granada so besonders macht.
Das absolute Highlight ist die Cuadra Dorada, der goldene Saal. Die Holzkassettendecke mit ihren geschnitzten Köpfen spanischer Könige und Helden ist beeindruckend. Jede Konsole erzählt eine Geschichte, jede Inschrift würdigt Heldentaten. An den Wänden erkennt man noch Reste von Wandmalereien mit Kriegern und vier Reliefs antiker Heldinnen.
Heute beherbergt das Gebäude ein Museum zur Stadtgeschichte Granadas. Die Ausstellung führt durch verschiedene Epochen - vom Orientalismus des 19. Jahrhunderts über die romantischen Reisenden bis hin zum Alltagsleben der Granadiner. Besonders interessant fand ich die Sammlung alter Zeitungen und die Keramiken aus Fajalauza.
Wer mehr Details erfahren möchte, kann eine Casa de los Tiros Audioguide nutzen. Nach einem langen Rechtsstreit ging das Haus 1929 an den spanischen Staat über - derselbe Prozess, durch den auch das Generalife gerettet wurde. Ein Glück für alle, die heute diese einzigartige Mischung aus Festungsarchitektur und Familiengeschichte erleben können.
Información adicional
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