
Beschreibung
Die Konstruktion ist typisch für die almorávide Architektur: Ein Hufeisenbogen überlagert einen Halbkreisbogen an der Außenfassade, während das Innere einen einfachen Knick aufweist. Was mir beim ersten Besuch auffiel, war die Mischung aus Steinquadern und Ziegelwerk – handwerklich solide, aber ohne die Pracht der späteren Nasriden-Bauten.
Der Name "de las Pesas" hat nichts mit dem ursprünglichen maurischen Zweck zu tun. Seit dem späten 16. Jahrhundert wurden hier die gefälschten Gewichte gelagert, die man betrügerischen Händlern der nahegelegenen Märkte abgenommen hatte. Eine sehr praktische Nachnutzung, die viel über den damaligen Alltag verrät.
Was das Tor historisch bedeutsam macht: Es war einer der ersten Eingänge mit rechtwinkligem Durchgang in der hispano-muslimischen Architektur. Nachts wurde es verschlossen, um die Alcazaba Qadima – die alte Festung – zu schützen. Diese lag dort, wo heute die Gegend um San Nicolás ist, im Kern der römisch-westgotischen Vorgängersiedlung.
Das Tor gehört zu einem 350 Meter langen Mauerabschnitt, der sich bis zur Puerta Monaita hinunterzieht. Vierzehn Türme sind noch erhalten, wobei die oberen deutlich massiver ausfallen als die unteren. Man erkennt verschiedene Bauphasen – die Zirí-Könige haben im 11. Jahrhundert kräftig erweitert und verstärkt.
Leider war die gesamte Anlage jahrelang ziemlich vernachlässigt. 2017 begann das spanische Kulturministerium endlich mit Restaurierungsarbeiten, nachdem Vandalismus und Verfall überhand genommen hatten. Wer sich für die Details der maurischen Befestigungskunst interessiert, findet in der Audioguide zusätzliche Informationen zu den verschiedenen Konstruktionsphasen.
Der Spaziergang vom Arco de las Pesas zur Puerta Monaita lohnt sich. Man läuft praktisch entlang der mittelalterlichen Stadtgrenze und bekommt ein Gefühl dafür, wie sich Granada schichtweise entwickelt hat – von der iberischen Siedlung über die römische Stadt bis zur islamischen Medina.
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