Audioguide Puerta del Puente

Puerta del Puente
Audio inklusive

Beschreibung

Die Puerta del Puente in Córdoba ist einer jener Orte, an denen sich die verschiedenen Epochen der Stadt überlagern. Wenn man heute vor diesem Renaissance-Tor steht, blickt man auf einen Platz, der bereits zur Römerzeit als wichtiger Zugang zur Stadt diente. Hier verlief damals die Via Augusta, und eine römische Pforte mit drei Bögen verband die Stadt mit der berühmten Brücke über den Guadalquivir.

Während der islamischen Epoche gewann dieser Durchgang noch mehr an Bedeutung. Die Muslime nannten ihn Bab al-Qantara – Tor der Brücke – oder auch Bab al-Wadi, Tor des Flusses. Es war der Hauptzugang zur Stadt, strategisch günstig gelegen zwischen der großen Moschee und dem Kalifenpalast.

Das heutige Tor entstand im 16. Jahrhundert aus einem ziemlich pragmatischen Grund: Felipe II. sollte 1570 Córdoba besuchen, und die alte Pforte war schlichtweg nicht repräsentativ genug für einen königlichen Empfang. Zunächst erhielt Francisco de Montalbán den Auftrag, doch sein Entwurf überzeugte den Stadtrat nicht. Dann übernahm Hernán Ruiz III. das Projekt – und verdreifachte prompt das Budget von 1.400 auf 3.100 Dukaten.

Die Arbeiten zogen sich über Jahre hin. Geldmangel, politische Querelen und andere Widrigkeiten führten dazu, dass das Tor nie ganz vollendet wurde. Dennoch ist das Ergebnis beeindruckend: dorische Säulen mit geriffelten Schäften, ein klassisches Gebälk mit Triglyphen und Metopen, darüber ein unvollendeter Rundgiebel mit dem spanischen Wappen.

Besonders interessant sind die Reliefs zwischen den Säulen. Auf der einen Seite sieht man eine Frau mit Kind, auf der anderen vermutlich Judith mit dem Kopf des Holofernes – eine etwas makabre Darstellung für ein Stadttor.

Im 20. Jahrhundert erlebte die Puerta del Puente mehrere Umgestaltungen. 1928 wurde die Rückseite als Spiegelbild der Vorderfront ergänzt, weshalb manche Córdobesen das Tor fälschlich "Triumphbogen" nennen. Zwischen 2005 und 2007 erfolgte eine aufwendige Restaurierung, die das Tor für Besucher zugänglich machte.

Heute beherbergt es einen kleinen Ausstellungsraum und bietet von oben einen schönen Blick auf die römische Brücke. Eine Audioguide hilft dabei, die verschiedenen Bauphasen zu verstehen. Seit der Pandemie ist der Innenbereich allerdings geschlossen, soll aber künftig wieder an Wochenenden geöffnet werden.

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